Befestigungen in Beton: Was muss man grundsätzlich beachten?

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Bei Befestigungen in Beton kommt es auf drei Grundprinzipien an: den richtigen Systemtyp für den jeweiligen Untergrund, die korrekte Montage und den Nachweis der Tragfähigkeit durch anerkannte Zulassungen. Wer diese Grundlagen kennt, vermeidet kostspielige Fehler auf der Baustelle und wählt von Anfang an das passende Befestigungssystem. Die folgenden Fragen beantworten die wichtigsten Aspekte rund um Betonbefestigungen kompakt und praxisnah.

Welche Befestigungssysteme eignen sich für Beton?

Für Befestigungen in Beton kommen im Wesentlichen vier Systemtypen in Frage: Dübelsysteme mit Spreizprinzip, Chemische Systeme, Kunststoffdübel und selbstschneidende Betonschrauben, sogenannte  Schraubanker. Letztere schneiden ihr Gewinde direkt in den Beton und benötigen keinen separaten Kunststoff-Hülsendübel. Die Wahl hängt von der Betonqualität, der Lastgröße und den Randbedingungen ab.

Spreizanker und Verbundanker sind bewährte Lösungen für hohe Lasten, erfordern jedoch präzise Bohrlochmaße und ausreichende Randabstände. Selbstschneidende Betonschrauben bieten dagegen den Vorteil einer schnellen Montage, der Justierbarkeit und der Demontierbarkeit. Sie eignen sich für ein breites Anwendungsspektrum, von der Befestigung von Rohrleitungen und Lüftungskanälen bis hin zu Schwerlastanwendungen wie Hochregallagern.

Entscheidend für die Systemwahl sind folgende Faktoren:

  • Betonqualität: Festigkeitsklasse und Zustand des Betons (gerissen oder ungerissen)
  • Lastrichtung: Zug-, Quer- oder kombinierte Lasten
  • Rand- und Achsabstände: Verfügbarer Platz am Einbauort
  • Montagesituation: Einbautiefe, Zugänglichkeit, Wiederverwendbarkeit
  • Umgebungsbedingungen: Korrosionsklasse, Feuchtigkeit, chemische Einwirkungen

Gerissener oder ungerissener Beton: Was ist der Unterschied?

Gerissener Beton (Risszone) enthält Mikrorisse, die durch Lasteinwirkung, Schwinden oder Temperaturwechsel entstehen. Ungerissener Beton ist frei von solchen Rissen. Dieser Unterschied ist für die Befestigungstechnik entscheidend, weil Risse die Tragfähigkeit eines Befestigungsmittels erheblich reduzieren können und nicht jedes System für beide Zustände zugelassen ist.

In der Praxis gilt: Tragende Betonbauteile wie Decken und Stützen müssen in der Regel als gerissen eingestuft werden, sofern keine statische Berechnung das Gegenteil belegt. Wer ein Befestigungssystem einsetzt, das nur für ungerissenen Beton zugelassen ist, riskiert im Schadensfall haftungsrechtliche Konsequenzen und gefährdet die Standsicherheit der Konstruktion.

Achten Sie bei der Produktauswahl daher immer darauf, ob die Europäische Technische Bewertung (ETA) des jeweiligen Systems ausdrücklich auch gerissenen Beton abdeckt. Nur dann ist der Einsatz in Zonen mit möglicher Rissbildung normgerecht.

Muss man in Beton vorbohren?

Ja, für alle gängigen Befestigungssysteme in Beton ist das Vorbohren zwingend erforderlich. Das Bohrloch muss mit dem richtigen Durchmesser und der richtigen Tiefe erstellt werden, damit das Befestigungsmittel seine volle Tragfähigkeit entfalten kann. Abweichungen vom vorgeschriebenen Bohrlochdurchmesser können die Haltekraft erheblich mindern.

Bei selbstschneidenden Betonschrauben ist die Montage in vier Schritten durchzuführen:

  1. Bohrloch mit dem vorgeschriebenen Durchmesser und der erforderlichen Tiefe erstellen.
  2. Bohrloch gründlich reinigen, um Bohrstaub zu entfernen.
  3. Betonschraube eindrehen.
  4. Sicherstellen, dass der Schraubenkopf vollständig auf dem Anbauteil aufliegt.

Die Bohrlochtiefe muss mindestens der geforderten Verankerungstiefe entsprechen, die in den technischen Unterlagen des jeweiligen Produkts angegeben ist. Ein zu flaches Bohrloch verhindert das vollständige Eindrehen der Schraube und reduziert die Tragfähigkeit. Ein zu weites Bohrloch beeinträchtigt den Gewindeeingriff. Beides führt zu unsicheren Verbindungen. Das Bohrloch tiefer als erforderlich zu erstellen, stellt hingegen kein Problem für das System dar.

Welche Normen und Zulassungen gelten für Betonbefestigungen?

Für Betonbefestigungen sind in Europa vor allem die Europäischen Technischen Bewertungen (ETA) maßgeblich. Sie belegen, dass ein Befestigungssystem geprüft und für definierte Anwendungsbedingungen zugelassen ist. Ohne eine gültige ETA darf ein Befestigungsmittel in sicherheitsrelevanten Anwendungen in der Regel nicht eingesetzt werden.

Die ETA wird auf Basis harmonisierter europäischer Bewertungsdokumente (EAD) erteilt und durch eine Technische Bewertungsstelle ausgestellt. Sie enthält alle relevanten Angaben zu Tragfähigkeit, Anwendungsbedingungen, Betonklassen und Einbauvorschriften. Für Ausschreibungen und Nachweise gegenüber Bauherren oder Prüfingenieuren ist die ETA das zentrale Dokument.

Darüber hinaus kann in Deutschland die Allgemeine Bauartgenehmigung (aBG) relevant sein, die das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) erteilt. Die aBG ist eine Bauartgenehmigung, die nicht das Produkt selbst, sondern die Bauart regelt, also das Zusammenspiel von Befestigungsmittel und Bauwerk. Das DIBt erteilt sie für Ausführungsarten, für die es keine europäisch harmonisierten technischen Regeln gibt Regel gibt. Sie ist damit eine Ergänzung zur ETA, nicht deren Erweiterung.

Für die Praxis bedeutet das: Prüfen Sie vor dem Einsatz eines Befestigungssystems stets, ob eine gültige ETA für Ihren spezifischen Anwendungsfall vorliegt, also für den richtigen Betonzustand, die richtige Festigkeitsklasse und die vorgesehene Lastrichtung.

Was sind häufige Fehler bei Betonbefestigungen?

Die häufigsten Fehler bei Betonbefestigungen entstehen durch falsche Systemwahl, mangelhafte Bohrlochvorbereitung und das Ignorieren von Zulassungsgrenzen. Diese Fehler führen zu Tragfähigkeitsverlusten, Nacharbeit oder im schlimmsten Fall zu Schäden an der Konstruktion.

Die wichtigsten Fehlerquellen im Überblick:

  • Falscher Systemtyp: Ein System, das nur für ungerissenen Beton zugelassen ist, wird in gerissenen Zonen eingesetzt.
  • Falscher Bohrlochdurchmesser: Ein zu großes oder zu kleines Bohrloch mindert den Gewindeeingriff oder verhindert das Eindrehen.
  • Ungereinigtes Bohrloch: Bohrstaub im Loch reduziert die Haftung, besonders bei Verbundankern.
  • Unterschreitung der Mindesteinbautiefe: Die Schraube greift nicht tief genug, die Tragfähigkeit ist nicht gewährleistet.
  • Unterschreitung von Rand- und Achsabständen: Zu geringe Abstände können den Beton aufspalten.
  • Überschreitung des maximalen Drehmoments des Tangentialschlagschraubers: Zu hohes Drehmoment des Tangentialschlagschraubers kann die Betonschraube beschädigen und zerstören.
  • Fehlende Dokumentation: Kein Nachweis der verwendeten Zulassung für Ausschreibung oder Abnahme.

Viele dieser Fehler lassen sich durch konsequente Nutzung der technischen Unterlagen des Herstellers vermeiden. Die Montageanleitungen und Zulassungsdokumente enthalten alle notwendigen Angaben zu Bohrlochdurchmesser, Einbautiefe, Rand- und Achsabständen sowie zulässigen Lasten.

Wann sollte man einen Fachmann für Betonbefestigungen hinzuziehen?

Einen Fachmann sollten Sie immer dann hinzuziehen, wenn die Befestigung sicherheitsrelevant ist, hohe Lasten aufnehmen muss oder die Zulassungsbedingungen des Systems nicht eindeutig zu Ihrem Anwendungsfall passen. Dazu gehören insbesondere Befestigungen in tragenden Bauteilen, Befestigungen unter seismischen Einwirkungen und alle Anwendungen, bei denen ein Versagen Personenschäden verursachen könnte.

Konkrete Situationen, in denen fachkundige Beratung oder ein statischer Nachweis erforderlich ist:

  • Schwerlastbefestigungen, etwa für Hochregale, Kräne oder Maschinen
  • Befestigungen in Betonbauteilen mit unbekannter Festigkeitsklasse
  • Anwendungen nahe an Bewehrungsstahl, wo das Bohrloch positioniert werden muss
  • Mehrfachbefestigungen mit gegenseitiger Beeinflussung der Anker
  • Befestigungen in Sonderbaustoffen wie Spannbeton oder Leichtbeton
  • Anwendungen, bei denen die ETA des Systems keine eindeutige Aussage für den vorliegenden Betonzustand trifft

In diesen Fällen ist ein Tragwerksplaner oder ein auf Befestigungstechnik spezialisierter Ingenieur die richtige Anlaufstelle. Er kann auf Basis der Zulassungsdokumente und der Bauteilgeometrie einen rechnerischen Nachweis erbringen und das geeignete System empfehlen.

Wie TOGE bei Befestigungen in Beton unterstützt

Wir entwickeln und fertigen Befestigungssysteme, die speziell auf die Anforderungen des professionellen Baubetriebs ausgelegt sind. Unser Fokus liegt auf selbstschneidenden Betonschrauben, die sich ihr Gewinde direkt in den Untergrund schneiden und ohne separaten Kunststoff-Hülsendübel auskommen. Unsere TOGE Betonschrauben decken ein breites Anwendungsspektrum ab und sind durch umfangreiche Europäische Technische Bewertungen abgesichert.

Was wir konkret bieten:

  • Zulassungsabgesicherte Systeme: Unsere TSM High Performance Betonschraube ist für Betonfestigkeitsklassen von C20/25 bis C50/60 zugelassen, sowohl in gerissenem als auch in ungerissenem Beton, auf Basis mehrerer ETAs
  • Breite Typenvielfalt: Sieben Kopfformen, drei Verankerungstiefen und verschiedene Beschichtungen für Korrosionsklassen C1 bis C5 ermöglichen die passende Lösung für jede Anforderung
  • Einfache Montage: Das optimierte Gewinde erlaubt schnelles Eindrehen, die Schraube ist justierbar und jederzeit demontierbar
  • Dokumentation für Ausschreibungen: Leistungserklärungen, Zertifikate der Leistungsbeständigkeit und Umwelt-Produktdeklarationen (EPD) nach ISO 14025 und EN 15804+A2 stehen zur Verfügung
  • Qualität aus Deutschland: Mehr als 90 % der Materialien stammen aus Deutschland oder Europa innerhalb von 500 km

Wenn Sie unsicher sind, welches System für Ihren konkreten Anwendungsfall geeignet ist, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Nehmen Sie einfach Kontakt auf, und wir helfen Ihnen weiter.

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