Funktioniert eine Betonschraube auch in Mauerwerk und Porenbeton?

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Eine Betonschraube funktioniert grundsätzlich nicht in jedem Untergrund gleich gut. In Mauerwerk ist der Einsatz unter bestimmten Voraussetzungen möglich und durch entsprechende Zulassungen geregelt. Porenbeton hingegen ist ein Sonderfall, der eine speziell dafür ausgelegte Schraube erfordert. Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Anwenderfragen rund um Befestigungen in Beton, Mauerwerk und Porenbeton.

Für welche Untergründe ist eine Betonschraube geeignet?

Eine Betonschraube ist primär für Normalbeton ausgelegt und dort am leistungsstärksten. Darüber hinaus gibt es Ausführungen, die auch in Mauerwerk, Naturstein mit dichtem Gefüge und Spannbeton-Hohlplattendecken eingesetzt werden dürfen, sofern eine entsprechende Zulassung vorliegt. Porenbeton erfordert eine gesonderte Betrachtung.

Das Prinzip der Betonschraube, auch Einschraubdübel oder Schraubtechnik genannt, beruht darauf, dass die metallene Schraube sich ihr Gewinde direkt in den Untergrund schneidet. Es wird kein separater Kunststoff-Hülsendübel benötigt. Dieses Funktionsprinzip setzt voraus, dass der Untergrund eine ausreichende Druckfestigkeit und ein homogenes Gefüge aufweist, damit das Gewinde sicher greifen kann.

Typische geeignete Untergründe für zugelassene Betonschrauben sind:

  • Normalbeton der Festigkeitsklassen C20/25 bis C50/60, gerissen und ungerissen
  • Bestimmte Mauerwerksarten gemäß technischer Zulassung
  • Naturstein mit dichtem Gefüge
  • Spannbeton-Hohlplattendecken (je nach Produktgröße)

Für jeden dieser Untergründe gelten spezifische technische Anforderungen an Bohrlochtiefe, Einbautiefe und Randabstände. Diese Angaben sind den jeweiligen technischen Daten und Zulassungsdokumenten zu entnehmen.

Kann man eine Betonschraube in Mauerwerk verwenden?

Ja, eine Betonschraube kann in Mauerwerk verwendet werden, allerdings nur dann, wenn das Produkt eine ausdrückliche Zulassung für diesen Untergrund besitzt. Nicht jede Betonschraube ist automatisch für Mauerwerk freigegeben. Die Zulassung ist produktspezifisch und muss anhand der technischen Dokumentation geprüft werden.

Für die Befestigung in Mauerwerk gelten zudem gesonderte Montageangaben, die von den Vorgaben für Beton abweichen können. Dazu gehören unter anderem abweichende Mindesteinbautiefen, Rand- und Achsabstände sowie Anforderungen an die Bohrlochvorbereitung. Diese Angaben sind verbindlich und müssen eingehalten werden, um die angegebenen Lastwerte zu erreichen.

Wichtig für die Praxis: Mauerwerk ist kein einheitlicher Untergrund. Vollziegel, Lochziegel, Kalksandstein und Porenbeton unterscheiden sich erheblich in ihrer Druckfestigkeit und Struktur. Eine Zulassung für Mauerwerk gilt daher immer nur für die darin genannten Mauerwerksarten. Wer auf der sicheren Seite sein will, prüft vor der Montage, welche Mauerwerksarten im Zulassungsdokument aufgeführt sind.

Warum ist Porenbeton ein Sonderfall bei der Schraubenbefestigung?

Porenbeton ist ein Sonderfall, weil seine Druckfestigkeit deutlich geringer ist als die von Normalbeton oder Vollziegeln. Das poröse, zellenartige Gefüge bietet einem herkömmlichen Schraubengewinde deutlich weniger Widerstand. Eine Standard-Betonschraube, die für Normalbeton ausgelegt ist, würde in Porenbeton kein tragfähiges Gewinde erzeugen und die erforderlichen Lastwerte nicht erreichen.

Porenbeton, auch als Gasbeton oder unter Markennamen wie Ytong bekannt, wird häufig im Innenausbau und im Wohnungsbau eingesetzt. Gerade dort entstehen Befestigungsaufgaben wie das Montieren von Regalen, Leitungshalterungen oder Wandkonsolen. Der Irrtum, eine handelsübliche Betonschraube einfach einzudrehen, kann zu unzureichendem Halt und im schlimmsten Fall zu Schäden führen.

Entscheidend ist: Für Porenbeton braucht man eine Schraube, die speziell auf diesen Untergrund abgestimmt ist, mit einer Gewindegeometrie, die das weichere Material optimal ausnutzt, ohne es zu beschädigen.

Welche Schraube ist die richtige für Porenbeton?

Für Porenbeton sind speziell entwickelte Schrauben erforderlich, die auf die geringere Festigkeit und das poröse Gefüge dieses Untergrunds ausgelegt sind. Herkömmliche Betonschrauben für Normalbeton sind für Porenbeton nicht geeignet und dürfen dort nicht eingesetzt werden, wenn keine entsprechende Zulassung vorliegt.

Eine geeignete Schraube für Porenbeton zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:

  • Speziell angepasste Gewindegeometrie mit größerem Gewindegang für besseren Formschluss im weichen Material
  • Ausreichende Einbautiefe, um die geringere Festigkeit des Untergrunds zu kompensieren
  • Ausdrückliche Zulassung oder Eignung für Porenbeton gemäß technischer Dokumentation

Wer im Innenausbau regelmäßig mit verschiedenen Untergründen arbeitet, sollte auf Produkte zurückgreifen, die für mehrere Untergründe zugelassen sind und deren technische Daten klar ausweisen, für welche Materialien und Lastbereiche sie geeignet sind. Im Zweifelsfall ist die Rücksprache mit dem Hersteller oder Fachhändler der sicherste Weg.

Muss man in Mauerwerk und Porenbeton vorbohren?

Ja, sowohl in Mauerwerk als auch in Porenbeton muss grundsätzlich vorgebohrt werden. Das Vorbohren ist bei Betonschrauben generell erforderlich, da die Schraube sich ihr Gewinde in ein vorbereitetes Bohrloch schneidet. Ohne Bohrloch ist eine korrekte Montage nicht möglich.

Die Montage einer Betonschraube folgt in der Regel diesen Schritten:

  1. Bohrloch in der vorgeschriebenen Tiefe und mit dem richtigen Durchmesser erstellen
  2. Bohrloch gründlich reinigen, um Bohrstaub zu entfernen
  3. Betonschraube eindrehen
  4. Sicherstellen, dass der Schraubenkopf vollständig auf dem Anbauteil aufliegt

Für Mauerwerk und Porenbeton gelten dabei gesonderte Angaben zu Bohrlochdurchmesser und Einbautiefe, die von den Werten für Normalbeton abweichen können. Diese Angaben sind den technischen Daten des jeweiligen Produkts zu entnehmen und müssen eingehalten werden, um die angegebenen Tragfähigkeiten zu erreichen. Ein zu großes oder zu kleines Bohrloch beeinträchtigt den Halt erheblich.

Woran erkennt man, ob eine Betonschraube für den Untergrund zugelassen ist?

Die Zulassung einer Betonschraube für einen bestimmten Untergrund ist in den offiziellen Zulassungsdokumenten des Herstellers geregelt. Maßgeblich sind Europäische Technische Bewertungen (ETA) sowie, für den deutschen Markt, Allgemeine Bauartgenehmigungen (aBG). Diese Dokumente legen verbindlich fest, für welche Untergründe, Lastbereiche und Einbaubedingungen ein Produkt freigegeben ist.

Konkret sollten Anwender folgende Dokumente prüfen:

  • Europäische Technische Bewertung (ETA): Enthält alle zugelassenen Untergründe, Lastangaben und Montagebedingungen. Für Mauerwerk gibt es gesonderte ETA-Nummern, die explizit diesen Untergrund abdecken.
  • Allgemeine Bauartgenehmigung (aBG): Deutsches Zulassungsdokument, das ergänzend oder alternativ zur ETA vorliegen kann.
  • Technische Daten des Herstellers: Zusammenfassung der zulässigen Untergründe, Einbautiefen, Rand- und Achsabstände sowie Lasttabellen.

Ein praktischer Hinweis: Wenn ein Produkt für Mauerwerk zugelassen ist, trägt es in der Regel eine eigene ETA-Nummer speziell für diesen Untergrund. Eine allgemeine Betonzulassung deckt Mauerwerk nicht automatisch mit ab. Für Ausschreibungen und sicherheitsrelevante Anwendungen ist es unerlässlich, die korrekte ETA-Nummer zu dokumentieren und dem Auftraggeber auf Anfrage nachzuweisen.

Wie TOGE bei der Befestigung in Beton und Mauerwerk unterstützt

Wir bei TOGE entwickeln und fertigen Befestigungslösungen, die auf die tatsächlichen Anforderungen auf der Baustelle ausgelegt sind. Unsere TOGE Betonschrauben sind für eine Vielzahl von Untergründen zugelassen und mit einer umfangreichen Zertifizierungsbasis hinterlegt, die Planern und Verarbeitern Sicherheit bei Ausschreibungen und der Ausführung gibt.

Was uns in diesem Bereich auszeichnet:

  • Zulassungen für Beton (C20/25 bis C50/60, gerissen und ungerissen), Mauerwerk und Naturstein mit dichtem Gefüge durch mehrere Europäische Technische Bewertungen (ETA)
  • Gesonderte ETA-Zulassungen speziell für Einzelbefestigungen in Mauerwerk, sodass der Nachweis für Ausschreibungen klar und eindeutig geführt werden kann
  • Klare technische Daten zu Einbautiefen, Rand- und Achsabständen sowie Lasttabellen für jeden zugelassenen Untergrund
  • Große Typenvielfalt mit verschiedenen Kopfformen und Beschichtungen für unterschiedliche Korrosionsanforderungen (C1 bis C5)
  • Justierbare und demontierbare Ausführungen für flexible Montagesituationen

Wenn Sie unsicher sind, welche Schraube für Ihren spezifischen Untergrund und Ihre Lastanforderungen die richtige ist, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Nehmen Sie einfach Kontakt auf, und wir helfen Ihnen, die technisch passende Lösung zu finden.

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