Geht Befestigung in Beton auch ohne Spezialwerkzeug?

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Befestigungen in Beton sind grundsätzlich auch ohne aufwendiges Spezialwerkzeug möglich. Für die meisten Anwendungen genügt eine handelsübliche Schlagbohrmaschine oder ein Bohrhammer zum Vorbohren sowie ein Akkuschrauber oder Drehmomentschlüssel zum Eindrehen der Schraube. Entscheidend ist nicht das Werkzeug allein, sondern das richtige Befestigungssystem für den jeweiligen Untergrund und die geplante Last. Die folgenden Abschnitte beantworten die häufigsten Praxisfragen rund um Befestigungen in Beton.

Welches Werkzeug braucht man wirklich für Befestigungen in Beton?

Für eine normgerechte Befestigung in Beton benötigen Sie im Wesentlichen drei Werkzeuge: einen Bohrhammer oder eine Schlagbohrmaschine mit passendem Bohrer, ein Reinigungswerkzeug für das Bohrloch (Bürste und Druckluft oder Handpumpe) sowie einen Akkuschrauber oder Drehmomentschlüssel zum Eindrehen der Befestigungsschraube. Mehr braucht es in den meisten Fällen nicht.

Der Bohrhammer ist das wichtigste Werkzeug, weil Beton ein harter und dichter Untergrund ist, der sich ohne Schlagbewegung kaum effizient bohren lässt. Für kleinere Durchmesser und weniger harten Beton kann auch eine Schlagbohrmaschine ausreichen. Wichtig ist, den richtigen Bohrerdurchmesser zu verwenden, der exakt auf die gewählte Schraube abgestimmt ist. Zu große Bohrlöcher reduzieren die Tragfähigkeit erheblich.

Ein oft unterschätzter Schritt ist die Bohrlochreinigung. Bohrstaub im Loch verhindert, dass die Schraube sauber greift und das volle Lastniveau erreicht wird. Druckluft, eine Nylonbürste oder eine Handpumpe sind einfache Hilfsmittel, die auf keiner Baustelle fehlen sollten. Wer diesen Schritt überspringt, riskiert eine deutlich geringere Tragkraft der Verbindung.

Was ist der Unterschied zwischen Dübel und Betonschraube?

Ein klassischer Dübel ist ein zweiteiliges System: Ein Kunststoff- oder Metallhülsenelement wird in das Bohrloch eingesetzt, und eine separate Schraube spreizt dieses Element im Untergrund auf. Eine Betonschraube hingegen ist ein einteiliges System, das sich ihr Gewinde direkt in den Untergrund schneidet. Es gibt keine separate Hülse. Das macht die Montage schneller und die Verbindung oft tragfähiger.

Im Fachjargon spricht man bei Betonschrauben auch von Einschraubdübeln oder Schraubtechnik. Die Schraube übernimmt dabei selbst die Funktion des Dübels, indem ihr speziell geformtes Gewinde beim Eindrehen Material verdrängt und eine formschlüssige Verbindung mit dem Untergrund herstellt. Dieses Prinzip funktioniert in Beton, Mauerwerk und anderen mineralischen Untergründen.

Der praktische Vorteil liegt auf der Hand: Weniger Teile bedeuten weniger Fehlerquellen. Es entfällt das Risiko, den falschen Dübel für den Untergrund zu wählen oder die Hülse beim Einsetzen zu beschädigen. Außerdem lassen sich viele Betonschrauben nach der Montage wieder demontieren und bei Bedarf erneut eindrehen, was bei klassischen Spreizankern nicht immer möglich ist.

Muss man in Beton immer vorbohren?

Ja, in Beton muss grundsätzlich immer vorgebohrt werden. Beton ist ein mineralischer Verbundwerkstoff mit hoher Druckfestigkeit, in den sich keine Schraube ohne vorbereitetes Bohrloch eindrehen lässt. Das Vorbohren mit dem richtigen Durchmesser ist ein unverzichtbarer Schritt für eine tragfähige und normgerechte Befestigung.

Der Bohrlochdurchmesser muss dabei exakt auf die verwendete Schraube abgestimmt sein. Ist das Loch zu groß, verliert die Schraube ihren Halt. Ist es zu klein, lässt sich die Schraube nicht eindrehen oder es entstehen Risse im Untergrund. Die korrekten Bohrdurchmesser sind in den technischen Datenblättern und Zulassungsunterlagen des jeweiligen Befestigungssystems angegeben.

Nach dem Bohren ist die gründliche Reinigung des Bohrlochs Pflicht. Bohrstaub und Betonmehl setzen sich am Lochgrund ab und verhindern, dass die Schraube die volle Einbautiefe erreicht. Die Reinigung erfolgt in der Regel durch mehrmaliges Ausblasen mit Druckluft und Ausbürsten mit einer Nylonbürste. Erst dann kann die Schraube eingedreht werden.

Welche Betonschraube eignet sich für welchen Untergrund?

Die Wahl der richtigen Betonschraube hängt vom Untergrund, der Betonfestigkeitsklasse und der geplanten Last ab. Für Normalbeton der Klassen C20/25 bis C50/60 in gerissenem oder ungerissenem Zustand eignen sich leistungsstarke Hochleistungsbetonschrauben. Für Mauerwerk, Porenbeton oder Naturstein gelten andere Anforderungen, und nicht jede Schraube ist für alle Untergründe zugelassen.

Normalbeton und gerissener Beton

Für Befestigungen in Normalbeton der Festigkeitsklassen C20/25 bis C50/60 sind Betonschrauben mit entsprechender Europäischer Technischer Bewertung (ETA) geeignet. Wichtig ist, ob die Zulassung auch gerissenen Beton (Rissbreite bis 0,3 mm) abdeckt, da in vielen Bauwerken mit Rissbildung gerechnet werden muss. Eine Zulassung nur für ungerissenen Beton reicht in solchen Fällen nicht aus.

Mauerwerk und andere mineralische Untergründe

Mauerwerk stellt besondere Anforderungen an die Befestigungstechnik, weil die Tragfähigkeit stark vom Mauerwerktyp, der Steinart und dem Mörtelbett abhängt. Für Mauerwerk existieren gesonderte Zulassungen, zum Beispiel nach ETA-23/0099 für Einzelbefestigungen. Naturstein mit dichtem Gefüge kann ebenfalls mit geeigneten Betonschrauben befestigt werden, sofern die Zulassung diesen Untergrund ausdrücklich einschließt. Für Porenbeton gelten wiederum eigene Anforderungen, da das Material deutlich weicher und poröser ist als Normalbeton.

Wann reicht eine einfache Schraube – und wann nicht?

Eine einfache Schraube ohne Zulassung reicht aus, wenn keine sicherheitsrelevanten Lasten übertragen werden und der Untergrund unkritisch ist, zum Beispiel bei leichten Dekorationsgegenständen in Innenräumen. Sobald jedoch Personen, schwere Lasten oder sicherheitsrelevante Bauteile im Spiel sind, ist eine normgerechte Befestigung mit zugelassenem System zwingend erforderlich.

Die Grenze liegt in der Praxis dort, wo ein Versagen der Befestigung zu Schäden an Personen oder Bauwerken führen könnte. Geländer, Lüftungskanäle, Rohrleitungen, Regalsysteme in Hochregallagern oder Deckenabhänger sind typische Anwendungen, bei denen eine Europäische Technische Bewertung (ETA) oder eine Allgemeine Bauartgenehmigung (abZ) vorliegen muss. Ohne diese Nachweise ist eine Befestigung in sicherheitsrelevanten Bereichen nicht zulässig.

Auch die Umgebungsbedingungen spielen eine Rolle. In feuchten Außenbereichen, bei chemischer Belastung oder in korrosiver Atmosphäre müssen Schraube und Beschichtung auf die Korrosionsklasse des Einsatzorts abgestimmt sein. Eine Schraube der Korrosionsklasse C1 ist für Innenräume ausreichend, im Außenbereich oder in aggressiver Umgebung sind höhere Klassen bis C5 erforderlich.

Wie erkennt man eine normgerechte Befestigung in Beton?

Eine normgerechte Befestigung in Beton erkennt man daran, dass das verwendete Produkt über eine gültige Europäische Technische Bewertung (ETA) oder eine Allgemeine Bauartgenehmigung verfügt, die den tatsächlichen Anwendungsfall abdeckt. Zusätzlich muss die Montage exakt nach den Vorgaben des Herstellers und der Zulassung erfolgt sein, einschließlich Bohrdurchmesser, Einbautiefe und Anzugsmoment.

Konkret bedeutet das: Der Schraubenkopf muss nach der Montage vollständig und plan auf dem Anbauteil aufliegen. Ist das nicht der Fall, ist die Einbautiefe nicht erreicht oder das Bohrloch zu tief. Beides beeinträchtigt die Tragfähigkeit. Auch das vorgeschriebene Anzugsmoment muss eingehalten werden. Zu wenig Anzugsmoment bedeutet unzureichende Klemmkraft, zu viel kann das Gewinde im Untergrund beschädigen.

Für Ausschreibungen und Abnahmen sind die Zulassungsdokumente entscheidend. Europäische Technische Bewertungen (ETA) werden von akkreditierten Technischen Bewertungsstellen ausgestellt und belegen, dass das Produkt geprüfte und reproduzierbare Leistungseigenschaften aufweist. Relevante ETA-Nummern sollten in der Baudokumentation festgehalten werden, damit die Normkonformität der Befestigung im Nachhinein nachvollziehbar ist.

Wie TOGE bei der Befestigung in Beton unterstützt

Wir bei TOGE entwickeln und fertigen Betonschrauben, die speziell auf die Anforderungen des professionellen Baubetriebs ausgelegt sind. Unser Sortiment bietet für nahezu jeden Untergrund und jede Lastanforderung das passende System, das schnell montiert und zuverlässig dokumentiert werden kann.

  • Breite Zulassungsbasis: Unsere Betonschrauben verfügen über mehrere Europäische Technische Bewertungen, darunter ETA-15/0514 für Einzelbefestigungen und ETA-16/0123 für Mehrfachbefestigungen, sowie Allgemeine Bauartgenehmigungen für spezielle Anwendungen.
  • Geeignet für verschiedene Untergründe: Normalbeton C20/25 bis C50/60 in gerissenem und ungerissenem Zustand, Mauerwerk, Naturstein mit dichtem Gefüge und Spannbeton-Hohlplattendecken.
  • Einfache Montage in vier Schritten: Bohrloch erstellen, gründlich reinigen, Schraube eindrehen, Schraubenkopf vollständig auf dem Anbauteil aufliegen lassen. Kein Spezialwerkzeug, kein separater Dübel.
  • Justierbar und demontierbar: Unsere TSM High Performance Betonschraube kann während der Montage justiert und nach der Montage jederzeit wieder demontiert werden.
  • Umwelt-Produktdeklaration (EPD): Für Ausschreibungen mit Nachhaltigkeitsanforderungen verfügen unsere Produkte über eine EPD nach ISO 14025 und EN 15804+A2.

Wenn Sie unsicher sind, welches System für Ihren konkreten Anwendungsfall das richtige ist, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Nehmen Sie einfach Kontakt auf, und wir helfen Ihnen, die technisch passende und normgerechte Lösung zu finden.

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