Kann man eine Schraube direkt ohne Dübel in Beton drehen?

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Ja, man kann eine Schraube direkt ohne separaten Dübel in Beton befestigen – allerdings nur mit einer speziell dafür entwickelten Betonschraube, nicht mit einer gewöhnlichen Holz- oder Metallschraube. Betonschrauben schneiden ihr Gewinde beim Eindrehen selbst in den Untergrund und verankern sich dadurch kraftschlüssig im Beton. Der klassische Kunststoff-Hülsendübel entfällt dabei vollständig. Die folgenden Abschnitte erklären, wie das funktioniert, für welche Untergründe und Lasten diese Technik geeignet ist und wann sie dem herkömmlichen Dübelsystem überlegen ist.

Wie funktioniert eine Betonschraube ohne Dübel?

Eine Betonschraube funktioniert nach dem Prinzip der Schraubtechnik: Sie schneidet beim Eindrehen ihr eigenes Gewinde direkt in den vorgebohrten Untergrund. Es wird kein separater Kunststoff- oder Metalldübel benötigt, weil die Schraube selbst die Verankerungsfunktion übernimmt.

Der Ablauf ist dabei denkbar einfach und besteht aus vier Schritten:

  1. Bohrloch erstellen: Mit einem Hammerbohrer wird ein Loch im vorgeschriebenen Durchmesser gebohrt.
  2. Bohrloch reinigen: Bohrstaub und Rückstände sollten möglichst entfernt werden. Bohrstaub im Loch kann die Montagegeschwindikgeit reduzieren, das System ist dennoch so geprüft und zugelassen, dass eine Bohrlochreinigung nicht zwingend erforderlich ist.
  3. Betonschraube eindrehen: Die Schraube wird mit dem passenden Werkzeug eingedreht und schneidet dabei ihr Gewinde selbst in den Beton.
  4. Sitz prüfen: Der Schraubenkopf muss vollständig und plan auf dem Anbauteil aufliegen.

Das spezielle Gewinde einer Betonschraube ist gehärtet und so geformt, dass es den Beton verdrängt und sich formschlüssig verankert. Dadurch entsteht ein fester Verbund zwischen Schraube und Untergrund, der sowohl Zug- als auch Querlasten aufnehmen kann. Ein weiterer Vorteil: Betonschrauben sind in der Regel demontierbar und können bei Bedarf wieder entfernt oder justiert werden.

Für welche Untergründe sind Betonschrauben geeignet?

Betonschrauben sind primär für mineralische Untergründe geeignet. Dazu zählen Normalbeton, Mauerwerk, Naturstein mit dichtem Gefüge sowie Spannbeton-Hohlplattendecken. Die genaue Eignung hängt immer vom jeweiligen Produkt und dessen Zulassung ab – nicht jede Betonschraube ist für jeden Untergrund freigegeben.

Für Normalbeton gelten dabei Festigkeitsklassen als entscheidendes Kriterium. Hochwertige Betonschrauben sind für Betonfestigkeitsklassen von C20/25 bis C50/60 zugelassen, sowohl in gerissenem als auch in ungerissenem Beton. Diese Unterscheidung ist für sicherheitsrelevante Anwendungen besonders wichtig, da gerissener Beton geringere Haltewerte liefert.

Für Mauerwerk gelten gesonderte Anforderungen. Hier sind die zulässigen Mauerwerksarten in den jeweiligen technischen Daten und Zulassungsdokumenten des Herstellers angegeben. Wer Betonschrauben in Mauerwerk einsetzen möchte, sollte daher immer die produktspezifischen Angaben prüfen und keine Annahmen treffen.

Nicht geeignet sind Betonschrauben für weiche oder poröse Untergründe wie Porenbeton oder Lochsteinmauerwerk. In solchen Fällen sind andere Befestigungssysteme erforderlich.

Wann ist eine Betonschraube besser als ein Dübel?

Eine Betonschraube ist dem klassischen Dübelsystem in mehreren Situationen überlegen: wenn Montagegeschwindigkeit zählt, wenn wenig Platz für Rand- und Achsabstände vorhanden ist oder wenn die Befestigung später wieder demontiert werden muss. Überall dort, wo ein Kunststoffdübel an seine Grenzen stößt, spielt die Schraubtechnik ihre Stärken aus.

Im direkten Vergleich bietet die Betonschraube folgende Vorteile gegenüber dem konventionellen Dübelsystem:

  • Schnellere Montage: Kein separates Einsetzen eines Dübels notwendig, weniger Arbeitsschritte insgesamt.
  • Geringere Rand- und Achsabstände: Betonschrauben ermöglichen Befestigungen näher an Bauteilkanten, wo Dübel nicht mehr zuverlässig halten.
  • Demontierbarkeit: Die Schraube lässt sich wieder herausdrehen – ideal für temporäre Befestigungen oder Revisionsarbeiten.
  • Justierbarkeit: Während der Montage kann die Position noch korrigiert werden.
  • Höheres Lastniveau: Qualitativ hochwertige Betonschrauben erreichen Tragfähigkeiten, die mit einfachen Dübelsystemen nicht erreichbar sind.

Ein Dübelsystem kann sinnvoller sein, wenn der Untergrund für Betonschrauben nicht geeignet ist, wenn sehr große Bohrdurchmesser benötigt werden oder wenn keine passende Zulassung für den spezifischen Anwendungsfall vorliegt. Die Entscheidung sollte immer auf Basis der technischen Anforderungen und der gültigen Zulassungen getroffen werden.

Welche Lasten hält eine Schraube direkt in Beton?

Die Tragfähigkeit einer Betonschraube hängt von mehreren Faktoren ab: dem Schraubendurchmesser, der Einbautiefe, der Betonfestigkeitsklasse und dem Zustand des Betons (gerissen oder ungerissen). Pauschale Lastangaben ohne Kenntnis dieser Parameter sind technisch nicht seriös. Maßgeblich sind immer die Werte aus den produktspezifischen Zulassungsdokumenten.

Für die Bemessung sind Europäische Technische Bewertungen (ETA) die entscheidende Grundlage. Diese Dokumente enthalten die charakteristischen Tragfähigkeitswerte für Zug- und Querlasten unter definierten Bedingungen. Für Ausschreibungen und sicherheitsrelevante Anwendungen sind nur Produkte mit gültiger ETA zulässig.

Grundsätzlich gilt: Mit steigender Einbautiefe und größerem Schraubendurchmesser steigen auch die erreichbaren Lastwerte. Hochwertige Betonschrauben sind dabei nicht nur für leichte Installationen wie Kabelkanäle oder Rohrleitungen geeignet, sondern auch für anspruchsvolle Schwerlastanwendungen wie Hochregalanlagen, Geländer oder Lüftungskanäle. Entscheidend ist, dass die Bemessung auf Basis der Zulassungswerte und nicht nach Erfahrungswerten erfolgt.

Für Mehrfachbefestigungen gelten zusätzliche Regeln, da sich die Lasteinleitungsbereiche benachbarter Schrauben gegenseitig beeinflussen können. Auch hierfür existieren in der Regel gesonderte Zulassungen und Bemessungsgrundlagen.

Was passiert, wenn man eine normale Schraube in Beton dreht?

Eine normale Holz- oder Metallschraube kann nicht zuverlässig in Beton befestigt werden. Ihr Gewinde ist nicht für mineralische Untergründe ausgelegt und kann kein tragfähiges Gewinde in den Beton schneiden. Das Ergebnis ist eine lose, nicht belastbare Verbindung, die unter Last sofort versagt.

Im Einzelnen passiert Folgendes, wenn eine ungeeignete Schraube in Beton eingedreht wird:

  • Das Gewinde der Schraube ist zu weich und zu fein, um den harten Beton zu verdrängen.
  • Statt ein Gewinde zu schneiden, dreht die Schraube im Bohrloch durch oder bricht ab.
  • Selbst wenn die Schraube sich scheinbar festzieht, fehlt der formschlüssige Verbund – die Verbindung hält keiner nennenswerten Last stand.
  • Unter Belastung kann die Schraube herausreißen, was zu Schäden an der Konstruktion oder zu Unfällen führen kann.

Für eine sichere Befestigung in Beton ist daher ausschließlich eine speziell entwickelte und zugelassene Betonschraube geeignet. Diese ist aus gehärtetem Stahl gefertigt, verfügt über eine spezielle Gewindegeometrie und ist für den Einsatz in mineralischen Untergründen ausgelegt. Der Einsatz ungeeigneter Befestigungsmittel ist nicht nur technisch riskant, sondern kann auch haftungsrechtliche Konsequenzen haben – insbesondere auf Baustellen, wo Normen und Zulassungen einzuhalten sind.

Wie TOGE bei der Befestigung in Beton unterstützt

Wir bei TOGE haben uns seit fast 60 Jahren auf die Entwicklung und Herstellung von Befestigungssystemen spezialisiert, die exakt auf die Anforderungen des Baualltags zugeschnitten sind. Als Pionier der Betonschraubtechnik bieten wir Lösungen, die technisch durchdacht, umfassend zertifiziert und für den professionellen Einsatz konzipiert sind.

Unser Flaggschiffprodukt, die TOGE TSM High Performance Betonschraube, ist für Betonfestigkeitsklassen von C20/25 bis C50/60 zugelassen – sowohl in gerissenem als auch in ungerissenem Beton. Was uns dabei von generischen Lösungen unterscheidet:

  • Umfassende Zulassungsbasis: Mehrere Europäische Technische Bewertungen (ETA) für Einzel- und Mehrfachbefestigung sowie für Mauerwerk, ergänzt durch Allgemeine Bauartgenehmigungen für temporäre Befestigung und als Verbundankerschraube.
  • Große Typenvielfalt: Sieben verschiedene Kopfformen, drei Verankerungstiefen und mehrere Beschichtungsoptionen für Korrosionsklassen C1 bis C5 – für jede Anforderung die passende Ausführung.
  • Justierbar und demontierbar: Die TSM HP kann während der Montage justiert und nach der Montage jederzeit wieder entfernt werden.
  • Nachhaltigkeit: Umwelt-Produktdeklaration (EPD) nach ISO 14025 und EN 15804+A2 vorhanden; mehr als 90 % der Materialien stammen aus Deutschland oder Europa.
  • Technische Unterstützung: Wir stehen Ihnen bei Fragen zur Produktauswahl, Bemessung und Anwendung zur Seite.

Wenn Sie unsicher sind, welche Betonschraube für Ihren spezifischen Untergrund und Ihre Lastanforderungen die richtige ist, helfen wir Ihnen gerne weiter. Nehmen Sie einfach Kontakt auf – wir beraten Sie technisch fundiert und ohne Umwege.

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