Warum brauche ich für Betonschrauben keinen Dübel mehr?

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Bei der Befestigung in Beton brauchen Sie keinen separaten Kunststoffdübel mehr, weil die Betonschraube selbst die Funktion des Dübels übernimmt. Sie schneidet ihr Gewinde direkt in den Untergrund und verankert sich dort formschlüssig im Untergrund, ohne dass eine Hülse als Zwischenelement nötig ist. Die folgenden Abschnitte erklären, wie diese Schraubtechnik funktioniert, für welche Untergründe sie geeignet ist und wann ein klassischer Dübel dennoch die bessere Wahl bleibt.

Wie funktioniert das Einschrauben direkt in Beton?

Eine Betonschraube wird nach dem Vorbohren direkt in den Untergrund eingedreht. Ihr speziell gehärtetes Gewinde schneidet sich dabei selbst in das Bohrloch und erzeugt einen formschlüssigen Verbund mit dem Beton. Ein separates Spreizsystem oder eine Kunststoffhülse ist nicht erforderlich, weil die Schraube selbst die Verankerung bildet.

Das Funktionsprinzip basiert auf der Gewindegeometrie: Das Gewinde der Betonschraube ist so ausgelegt, dass es beim Eindrehen Material aus der Bohrlochwand verdrängt und sich ein passgenaues Gegenprofil im Untergrund formt. Dieser Mechanismus erzeugt hohe Auszugswerte sowohl bei Zug- als auch bei Querlasten. Die Verbindung ist nach der Montage sofort belastbar.

Ein weiterer Vorteil dieser Technik ist die Justierbarkeit während der Montage. Viele Betonschrauben lassen sich im eingebauten Zustand noch ausrichten und bei Bedarf wieder demontieren, ohne den Untergrund zu beschädigen. Das macht die Schraubtechnik besonders praxistauglich auf Baustellen, wo Korrekturen zum Alltag gehören.

Was ist der Unterschied zwischen einer Betonschraube und einem Dübel?

Der entscheidende Unterschied liegt im Aufbau: Ein klassischer Dübel ist ein zweiteiliges System aus Kunststoff- oder Metallhülse und Schraube. Die Hülse wird in das Bohrloch eingesetzt und spreizt sich beim Eindrehen der Schraube auf. Eine Betonschraube hingegen ist ein einteiliges System, das ohne Hülse auskommt und sich direkt im Untergrund verankert.

Aus Anwendersicht bedeutet das weniger Teile, weniger Montageschritte und weniger Fehlerquellen. Beim klassischen Dübelsystem muss die Hülse korrekt sitzen, vollständig im Untergrund versenkt sein und die Schraube muss mit dem richtigen Drehmoment angezogen werden. Bei der Betonschraube entfällt dieser Zwischenschritt vollständig.

Technisch gesehen ist die Betonschraube selbst der Dübel. In der Fachsprache spricht man deshalb auch von einem Einschraubdübel. Der Begriff „ohne Dübel“ beschreibt aus Anwendersicht korrekt, dass kein Kunststoff-Hülsensystem benötigt wird. Wer das Prinzip einmal verstanden hat, erkennt den praktischen Vorteil sofort: ein Bauteil, ein Arbeitsschritt, eine sichere Verbindung.

Muss ich bei Betonschrauben trotzdem vorbohren?

Ja, das Vorbohren ist bei Betonschrauben zwingend erforderlich. Die Montage erfolgt in vier klar definierten Schritten: Bohrloch erstellen, Bohrloch gründlich reinigen, Betonschraube eindrehen und sicherstellen, dass der Schraubenkopf vollständig auf dem Anbauteil aufliegt. Das Bohrloch sollte entsprechend den Montagevorgaben des Herstellers gereinigt werden; je nach Zulassung kann dies erforderlich sein.

Der Durchmesser des Bohrlochs muss exakt auf den Schraubentyp abgestimmt sein. Ein zu großes Bohrloch reduziert die Tragfähigkeit erheblich, weil das Gewinde keinen ausreichenden Widerstand im Untergrund findet. Ein zu kleines Bohrloch macht das Eindrehen unmöglich oder beschädigt die Schraube. Die korrekten Bohrdurchmesser sind den technischen Daten des jeweiligen Produkts zu entnehmen.

Besonders wichtig ist die Bohrlochtiefe: Sie muss mindestens der geforderten Verankerungstiefe entsprechen. Staub und Bohrreste im Bohrloch verhindern, dass die Schraube tief genug eingedreht werden kann und beeinträchtigen den Formschluss. Deshalb gilt: Bohrloch reinigen ist kein Mehraufwand, sondern Teil der korrekten Montage.

Für welche Untergründe sind Betonschrauben geeignet?

Betonschrauben sind je nach Zulassung für definierte Betonfestigkeitsklassen, häufig im Bereich von C20/25 bis C50/60, geeignet, sowohl in gerissenem als auch in ungerissenem Beton. Darüber hinaus eignen sie sich je nach Produkttyp auch für Mauerwerk, Spannbeton-Hohlplattendecken. Je nach Produkt und Zulassung kann auch Naturstein mit dichtem Gefüge ein geeigneter Untergrund sein. Für Porenbeton und Leichtbeton gelten gesonderte Produkte und Zulassungen.

Beton und Stahlbeton

Das klassische Einsatzgebiet der Betonschraube ist Normalbeton. Die Zulassung für gerissenen Beton ist dabei besonders relevant, weil Rissbildung im Beton unter Last und Temperaturwechseln normal ist. Eine Befestigung, die nur in ungerissenem Beton funktioniert, bietet in der Praxis deutlich weniger Sicherheit.

Mauerwerk und weitere Untergründe

Für Mauerwerk gelten gesonderte Angaben gemäß den technischen Daten des jeweiligen Produkts. Nicht jede Betonschraube ist automatisch für alle Mauerwerksarten zugelassen. Wer in Kalksandstein, Vollziegel oder anderen Mauerwerkstypen befestigen möchte, sollte die spezifischen Zulassungsdokumente prüfen, bevor er ein Produkt auswählt. Naturstein mit dichtem Gefüge ist ebenfalls ein möglicher Untergrund, sofern das Produkt dafür freigegeben ist.

Wann sollte ich doch lieber einen Dübel verwenden?

Ein klassischer Dübel ist die bessere Wahl, wenn der Untergrund für Betonschrauben nicht geeignet ist, wenn sehr geringe Einbautiefen nicht ausreichen oder wenn der Untergrund zu weich oder zu porös ist, um ein selbstschneidendes Gewinde aufzunehmen. Auch bei Hohlkörpern, Lochziegeln oder bestimmten Leichtbauplatten ist ein angepasstes Dübelsystem oft die sicherere Lösung.

Ein weiteres Kriterium ist die Lastrichtung und das Lastniveau. Für sehr hohe dynamische Lasten oder Anwendungen mit starken Vibrationen sollte die Eignung der Betonschraube anhand der Zulassungsdokumente geprüft werden. Nicht jede Betonschraube ist für alle Lastszenarien freigegeben.

Schließlich spielt auch die Wiederverwendbarkeit eine Rolle. Betonschrauben sind zwar demontierbar, aber das Bohrloch kann nach mehrfachem Ein- und Ausdrehen an Tragfähigkeit verlieren. Wenn eine Befestigung häufig gelöst und neu gesetzt werden muss, kann ein Dübelsystem mit Gewindehülse die dauerhaft zuverlässigere Lösung sein. Die Entscheidung sollte immer auf Basis der konkreten Anwendung und der technischen Anforderungen getroffen werden.

Welche Normen und Zulassungen gelten für Betonschrauben?

Für Betonschrauben sind Europäische Technische Bewertungen (ETA) die maßgeblichen Zulassungsdokumente. Eine ETA bestätigt, dass ein Produkt für einen definierten Verwendungszweck geeignet ist und die technischen Anforderungen erfüllt. Für Ausschreibungen und sicherheitsrelevante Anwendungen ist eine gültige ETA in der Regel Pflicht.

Die ETA wird auf Basis harmonisierter technischer Spezifikationen erteilt und ist europaweit anerkannt. Sie enthält Angaben zu zulässigen Lasten, geeigneten Untergründen, Einbaubedingungen und Umgebungsklassen. Wer eine Betonschraube in einer Ausschreibung spezifiziert oder auf einer Baustelle einsetzt, sollte sicherstellen, dass die ETA den tatsächlichen Einsatzbedingungen entspricht, also zum Beispiel, ob gerissener Beton, Mauerwerk oder eine bestimmte Betonklasse vorliegt.

Ergänzend zur ETA können Allgemeine Bauartgenehmigungen (ABG) relevant sein, etwa für temporäre Befestigungen oder den Einsatz als Verbundankerschraube. Für Projekte mit Nachhaltigkeitsanforderungen ist zudem eine Umwelt-Produktdeklaration (EPD) nach ISO 14025 und EN 15804+A2 ein wichtiges Dokument, das die ökologischen Eigenschaften des Produkts über den Lebenszyklus hinweg belegt. Leistungserklärungen und Zertifikate der Leistungsbeständigkeit ergänzen das Zulassungspaket und sind für die CE-Kennzeichnung von Bauprodukten nach europäischem Recht erforderlich.

Wie TOGE bei der Befestigung in Beton unterstützt

Wir bei TOGE entwickeln und fertigen Betonschrauben, die genau auf die Anforderungen des Baualltags ausgelegt sind. Unser Sortiment an TOGE Betonschrauben deckt ein breites Spektrum an Anwendungen ab, von leichten Innenausbauarbeiten bis hin zu Schwerlastbefestigungen in Hochregallagern.

  • Breite Zulassungsbasis: Unsere TSM High Performance Betonschraube verfügt über mehrere Europäische Technische Bewertungen (ETA) für Einzel- und Mehrfachbefestigung in Beton und Mauerwerk sowie über Allgemeine Bauartgenehmigungen für spezielle Anwendungen.
  • Umwelt-Produktdeklaration (EPD): Für Projekte mit Nachhaltigkeitsanforderungen stellen wir EPDs nach ISO 14025 und EN 15804+A2 bereit.
  • Große Typenvielfalt: Sieben Kopfformen, drei Verankerungstiefen und verschiedene Beschichtungen für Korrosionsklassen C1 bis C5 ermöglichen die passende Lösung für jede Anforderung.
  • Einfache Montage: Das optimierte Gewinde sorgt für einen schnellen Einschraubvorgang. Die Schraube ist justierbar und jederzeit wieder demontierbar.
  • Technische Dokumentation: Wir stellen alle relevanten Zulassungsunterlagen, Leistungserklärungen und Zertifikate bereit, die Sie für Ausschreibungen und sicherheitsrelevante Anwendungen benötigen.

Wenn Sie unsicher sind, welche Betonschraube für Ihren Untergrund und Ihre Last die richtige ist, helfen wir Ihnen gerne weiter. Nehmen Sie einfach Kontakt auf, und wir beraten Sie technisch fundiert und ohne Umwege.

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