Was ist eine temporäre Befestigung?

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Eine temporäre Befestigung ist eine lösbare Verbindung, die für einen begrenzten Zeitraum Lasten sicher aufnimmt und anschließend rückstandsfrei entfernt werden kann. Sie unterscheidet sich von dauerhaften Befestigungen dadurch, dass Demontierbarkeit und Wiederverwendbarkeit von Anfang an eingeplant sind. Die folgenden Abschnitte klären die wichtigsten Fragen rund um temporäre Befestigungslösungen auf der Baustelle auf.

Wann ist eine Befestigung als temporär einzustufen?

Eine Befestigung gilt als temporär, wenn sie von vornherein für einen definierten, zeitlich begrenzten Einsatz konzipiert ist und nach Abschluss der Arbeiten vollständig und rückstandsfrei entfernt werden soll. Entscheidend ist nicht die tatsächliche Nutzungsdauer, sondern die geplante Demontierbarkeit als konstruktives Merkmal.

In der Praxis betrifft das vor allem Baustelleneinrichtungen, die während der Bauphase benötigt werden, aber nicht Teil des fertigen Bauwerks sind. Typische Zeiträume reichen von wenigen Stunden bei Schalungsarbeiten bis zu mehreren Monaten bei Gerüstkonstruktionen. Sobald die Befestigung nach der Nutzung entfernt und das Befestigungsmittel idealerweise wiederverwendet werden soll, handelt es sich um eine temporäre Montage.

Ein weiteres Merkmal ist die Anforderung an den Untergrund: Temporäre Befestigungen werden häufig in frischem oder noch nicht vollständig ausgehärtetem Beton gesetzt, was besondere Anforderungen an das Befestigungssystem stellt. Nicht jedes Befestigungsmittel ist für diesen Anwendungsfall zugelassen.

Welche Anwendungsfälle erfordern eine temporäre Befestigung?

Temporäre Befestigungen werden überall dort benötigt, wo Baustelleneinrichtungen sicher verankert werden müssen, ohne dauerhaft im Bauwerk zu verbleiben. Die häufigsten Anwendungsfälle sind Absturzsicherungen, Gerüste, Schalungen und die Befestigung von Baumaschinen wie Kernbohrgeräten.

Im Einzelnen zählen zu den typischen Einsatzbereichen:

  • Absturzsicherungen: Geländer, Sicherheitsnetze und Auffangsysteme müssen während der Bauphase zuverlässig verankert sein und nach Abschluss der Arbeiten spurlos entfernt werden.
  • Gerüste und Schalungsstützen: Gerüstkonstruktionen erfordern eine kraftschlüssige Verbindung mit dem Tragwerk, die nach dem Rückbau keine Beschädigungen hinterlässt.
  • Schalungssysteme: Schalungsanker verbinden Schalungsplatten mit dem Frischbeton und müssen nach dem Ausschalen vollständig entfernt werden können.
  • Kernbohrgeräte: Schwere Bohrmaschinen werden für den Bohrvorgang temporär am Beton befestigt und anschließend wieder gelöst.
  • Maschinenbefestigung: Baumaschinen und Hilfsgeräte, die an einem Standort nur vorübergehend betrieben werden, benötigen eine sichere, aber lösbare Verankerung.

Gemeinsam ist all diesen Anwendungen, dass die Befestigung hohe Lasten aufnehmen muss, gleichzeitig aber eine einfache und vollständige Demontage gewährleistet sein muss.

Welche Befestigungsmittel eignen sich für temporäre Anwendungen?

Für temporäre Befestigungen in Beton eignen sich vor allem selbstschneidende Betonschrauben, die ohne Klebstoff oder Spreizmechanismus auskommen und sich rückstandsfrei entfernen lassen. Voraussetzung ist eine spezielle Zulassung für den jeweiligen Anwendungsfall, insbesondere wenn die Verankerung in frischem Beton erfolgt.

Betonschrauben nach dem Prinzip der Schraubtechnik schneiden ihr Gewinde direkt in den Untergrund ein. Es wird kein separates Kunststoff-Hülsensystem benötigt. Das Befestigungsmittel selbst ist die Schraube, die sich formschlüssig im Beton verankert. Für die Demontage wird die Schraube einfach herausgedreht, ohne dass Rückstände im Untergrund verbleiben.

Für Schalungsanwendungen gibt es spezialisierte Ausführungen mit Schalungsankergewinde, das die Verwendung handelsüblicher Ankermuttern ermöglicht. Diese Variante ist besonders im Schalungsbau und bei der Maschinenbefestigung verbreitet. Wichtig bei der Auswahl ist stets, ob das Befestigungsmittel für den konkreten Untergrund und die geplante Last zugelassen ist und ob eine Zulassung für frischen Beton vorliegt, sofern dieser Anwendungsfall relevant ist.

Was ist der Unterschied zwischen temporärer und lösbarer Befestigung?

Der wesentliche Unterschied liegt in der Planungsabsicht: Eine temporäre Befestigung ist von Anfang an für die spätere Demontage ausgelegt und wird nach einer definierten Nutzungsphase entfernt. Eine lösbare Verbindung kann demontiert werden, muss es aber nicht zwingend sein.

Lösbare Verbindungen sind ein übergeordnetes Konzept. Dazu zählen alle Verbindungen, die ohne Zerstörung des Befestigungsmittels oder des Untergrunds getrennt werden können, also auch Schraubverbindungen in dauerhaften Konstruktionen, die für Wartungszwecke zugänglich sein müssen. Temporäre Befestigungen sind eine Teilmenge lösbarer Verbindungen, bei denen die Demontage nach Abschluss einer Bauphase zwingend vorgesehen ist.

In der Befestigungstechnik hat diese Unterscheidung praktische Konsequenzen: Temporäre Befestigungen unterliegen oft spezifischen Zulassungsanforderungen, die auf den zeitlich begrenzten Einsatz und die Wiederverwendbarkeit des Befestigungsmittels ausgerichtet sind. Reversible Befestigungen in dauerhaften Konstruktionen folgen anderen Normen und Bemessungsregeln.

Welche Normen und Zulassungen gelten für temporäre Befestigungen?

Für temporäre Befestigungen auf Baustellen gelten je nach Produkt und Anwendungsfall unterschiedliche Zulassungen. Entscheidend ist, dass das eingesetzte Befestigungsmittel eine anerkannte technische Zulassung für den konkreten Einsatzbereich besitzt, insbesondere wenn die Verankerung in frischem Beton erfolgt.

Relevante Zulassungsformen im europäischen Kontext sind:

  • Europäische Technische Bewertung (ETA): Die ETA ist eine freiwillige technische Zulassung für Bauprodukte, die nicht oder nicht vollständig durch harmonisierte europäische Normen abgedeckt sind. Sie bestätigt die Leistungsfähigkeit eines Produkts für definierte Anwendungsfälle und ist Grundlage für die CE-Kennzeichnung nach der Bauproduktenverordnung.
  • Allgemeine Bauartgenehmigung (aBG): In Deutschland ersetzt die aBG seit 2019 die frühere allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ). Sie wird vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) erteilt und regelt die Verwendung von Bauprodukten und Bauarten, für die keine harmonisierten europäischen Normen existieren.

Für Ausschreibungen und die Dokumentation auf der Baustelle ist es wichtig, die jeweilige Zulassungsnummer des eingesetzten Befestigungsmittels nachweisen zu können. Produkte ohne entsprechende Zulassung dürfen für sicherheitsrelevante temporäre Befestigungen wie Absturzsicherungen oder Gerüste nicht eingesetzt werden.

Wie wählt man das richtige System für eine temporäre Befestigung aus?

Die Auswahl des richtigen Systems für eine temporäre Befestigung hängt von vier zentralen Faktoren ab: dem Untergrund, der aufzunehmenden Last, dem Anwendungsfall und der erforderlichen Zulassung. Wer diese vier Parameter kennt, kann das passende Befestigungsmittel zuverlässig bestimmen.

Gehen Sie bei der Auswahl systematisch vor:

  1. Untergrund bestimmen: Handelt es sich um ausgehärteten oder frischen Beton? Welche Druckfestigkeit liegt vor? Für frischen Beton ist eine spezielle Zulassung für diesen Anwendungsfall zwingend erforderlich.
  2. Last ermitteln: Welche Zug- und Querkräfte muss die Befestigung aufnehmen? Schwere Baumaschinen oder Gerüste stellen andere Anforderungen als leichte Absperrungen.
  3. Anwendungsfall klären: Wird ein Schalungsankergewinde benötigt, um handelsübliche Ankermuttern verwenden zu können? Oder reicht eine Standardbetonschraube mit Sechskantkopf?
  4. Zulassung prüfen: Liegt für das gewählte Produkt eine ETA oder aBG vor, die den geplanten Einsatzbereich abdeckt? Für sicherheitsrelevante Anwendungen ist dieser Nachweis nicht verhandelbar.
  5. Wiederverwendbarkeit einplanen: Wenn das Befestigungsmittel mehrfach eingesetzt werden soll, muss es für diesen Zweck ausgelegt und zugelassen sein.

Ein häufiger Fehler in der Praxis ist die Verwendung von Befestigungsmitteln außerhalb ihres zugelassenen Anwendungsbereichs, etwa der Einsatz einer Standardbetonschraube in frischem Beton ohne entsprechende Zulassung. Das kann zum Versagen der Befestigung führen und stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar.

Temporäre Befestigungslösungen von TOGE

Wir bei TOGE entwickeln und fertigen Befestigungssysteme, die speziell auf die Anforderungen temporärer Montagen auf der Baustelle ausgelegt sind. Unser Fokus liegt auf technisch zuverlässigen Lösungen mit klaren Zulassungen, die Ihnen Sicherheit in der Planung und auf der Baustelle geben.

Unser TSM Schalungsanker ist eine Betonschraube mit 15-mm-Schalungsankergewinde, die speziell für temporäre Befestigungen entwickelt wurde. Sie bietet folgende Vorteile für Ihren Einsatz:

  • Zulassung für frischen Beton: Der TSM Schalungsanker verfügt über eine spezielle Zulassung zur Verankerung von Baustelleneinrichtungen in frischem Beton (ETA-15/0514, aBG Z-21.8-2115).
  • Vollständige Demontierbarkeit: Die Schraube lässt sich rückstandsfrei entfernen und wiederverwenden, was Materialkosten senkt und den Entsorgungsaufwand reduziert.
  • Hohe Lastaufnahme: Das System ist für hohe Lasten im gerissenen und ungerissenen Beton ausgelegt und eignet sich für Gerüste, Schalungen, Absturzsicherungen und Kernbohrgeräte.
  • Schnelle Montage: Das optimierte Gewinde ermöglicht einen zügigen Einschraubvorgang in vier Schritten: Bohrloch erstellen, ausblasen, Schraube eindrehen, Sitz prüfen.
  • EU-Taxonomiefähigkeit: Die einfache Demontage und Wiederverwendbarkeit unterstützt zirkuläre Bauweisen und erleichtert die wirtschaftliche Materialtrennung.

Wenn Sie Fragen zur Auswahl des richtigen Systems für Ihre temporäre Befestigung haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Nehmen Sie einfach Kontakt auf und wir helfen Ihnen, die passende Lösung für Ihren konkreten Anwendungsfall zu finden.

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