Welche Befestigungsmittel werden auf der Baustelle temporär eingesetzt?

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Auf der Baustelle kommen temporäre Befestigungsmittel überall dort zum Einsatz, wo Bauteile, Einrichtungen oder Sicherheitsvorrichtungen nur für einen begrenzten Zeitraum verankert werden müssen. Typische Anwendungen sind Schalungen, Gerüste, Absturzsicherungen und Kernbohrgeräte. Im Gegensatz zu dauerhaften Verbindungen sind temporäre Befestigungen auf der Baustelle vollständig demontierbar und in der Regel wiederverwendbar. Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Fragen rund um Auswahl, Technik und Demontage temporärer Verbindungsmittel auf der Baustelle.

Wann ist eine temporäre statt einer dauerhaften Befestigung sinnvoll?

Eine temporäre Befestigung ist sinnvoll, wenn ein Bauteil oder eine Einrichtung nur für die Dauer eines Bauabschnitts verankert werden muss und anschließend rückstandsfrei entfernt werden soll. Das betrifft vor allem Baustelleneinrichtungen wie Schalungen, Gerüststützen, Absturzsicherungen und Messgeräte, die nach Abschluss der jeweiligen Bauphase nicht mehr benötigt werden.

Der entscheidende Unterschied zur dauerhaften Befestigung liegt im Nutzungsziel: Permanente Verbindungen sind auf die gesamte Lebensdauer eines Bauwerks ausgelegt und müssen entsprechende Zulassungen für Langzeitbelastungen erfüllen. Temporäre Befestigungen hingegen sind auf definierte Lastszenarien und begrenzte Zeiträume ausgelegt. Das ermöglicht eine wirtschaftlichere Materialwahl und vereinfacht die spätere Demontage erheblich.

Aus wirtschaftlicher Sicht lohnt sich der Einsatz temporärer Befestigungsmittel immer dann, wenn dieselben Bauteile auf mehreren Baustellen oder in verschiedenen Bauphasen wiederverwendet werden sollen. Wiederverwendbare Befestigungssysteme reduzieren den Materialeinsatz, senken Entsorgungskosten und unterstützen zirkuläre Bauweisen, die im Rahmen der EU-Taxonomie zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Welche Arten von temporären Befestigungsmitteln gibt es?

Temporäre Befestigungsmittel auf der Baustelle lassen sich grob in drei Kategorien einteilen: selbstschneidende Betonschrauben für den direkten Einsatz im Beton, Schalungsanker mit speziellem Gewinde für den Schalungsbau sowie mechanische Klemm- und Spannsysteme für nicht mineralische Untergründe.

Selbstschneidende Betonschrauben für temporäre Anwendungen

Selbstschneidende Betonschrauben schneiden ihr Gewinde direkt in den mineralischen Untergrund, ohne dass ein separater Kunststoffdübel erforderlich ist. Es handelt sich um metallene Einschraubdübel, die sich durch ihr speziell geformtes Gewinde im Beton verankern. Für temporäre Anwendungen sind Ausführungen erhältlich, die auch in frischem Beton mit einer Druckfestigkeit ab 10 N/mm² eingesetzt werden dürfen. Diese Schrauben lassen sich nach Abschluss der Bauphase vollständig und rückstandsfrei herausdrehen.

Schalungsanker mit Spezialgewinde

Schalungsanker sind eine Sonderform der Betonschraube, die zusätzlich über ein standardisiertes Schalungsankergewinde verfügen. Dieses Gewinde, in der Regel 15 mm, ermöglicht die Verwendung handelsüblicher Ankermuttern, wie sie im Schalungsbau, bei der Maschinenbefestigung und bei der Befestigung von Kernbohrgeräten eingesetzt werden. Sie verbinden die Vorteile der Schraubtechnik mit der Kompatibilität zu gängigem Schalungszubehör.

Mechanische Klemm- und Spannsysteme

Für Untergründe, in die keine Schraube eingebracht werden kann oder soll, kommen mechanische Klemm-, Spann- oder Magnethalterungen zum Einsatz. Diese Systeme hinterlassen keinerlei Bohrlöcher und eignen sich vor allem für Stahl- und Holzkonstruktionen sowie für Situationen, in denen der Untergrund nach der Demontage optisch einwandfrei bleiben muss.

Welche Untergründe erlauben eine rückstandsfreie Demontage?

Rückstandsfreie Demontage ist vor allem in mineralischen Untergründen wie Beton möglich, wenn selbstschneidende Betonschrauben verwendet werden. Nach dem Herausdrehen verbleibt lediglich ein Bohrloch im Untergrund, das sich bei Bedarf einfach verschließen lässt. Voraussetzung ist, dass die Schraube korrekt montiert und nicht überlastet wurde.

Bei Beton gilt: Je höher die Druckfestigkeit des Untergrunds, desto sauberer lässt sich die Schraube entnehmen. Für temporäre Befestigungen in frischem Beton sind spezielle Zulassungen erforderlich, da der Beton während der Aushärtephase andere mechanische Eigenschaften aufweist als ausgehärteter Beton. Systeme mit entsprechender Zulassung sind für Beton ab 10 N/mm² Druckfestigkeit freigegeben.

Schwieriger wird die rückstandsfreie Demontage bei Mauerwerk oder Porenbeton, da diese Untergründe beim Herausdrehen einer Schraube stärker ausbrechen können. Hier empfiehlt sich eine sorgfältige Produktauswahl und die Einhaltung der Herstellervorgaben zu Einbautiefe und Drehmoment. Klebeanker und Injektionssysteme sind für temporäre Anwendungen grundsätzlich weniger geeignet, da sie sich nach dem Aushärten nicht mehr zerstörungsfrei entfernen lassen.

Wie unterscheiden sich temporäre und permanente Dübel technisch?

Der wesentliche technische Unterschied liegt in der Zulassung und der Auslegung des Gewindes. Permanente Befestigungssysteme sind auf Langzeitbelastungen, Korrosionsbeständigkeit über Jahrzehnte und die Einhaltung von Tragfähigkeitsnachweisen nach aktuellen Normen ausgelegt. Temporäre Systeme hingegen sind auf definierte Kurzzeitlasten und einfache Demontierbarkeit optimiert.

Konkret bedeutet das: Permanente Dübel und Schrauben erhalten Europäisch Technische Bewertungen (ETA) nach den harmonisierten Normen der Bauproduktenverordnung, die Langzeitverhalten, Ermüdung und Korrosion einschließen. Temporäre Befestigungsmittel können über spezifische Zulassungen für Baustelleneinrichtungen verfügen, die auf den zeitlich begrenzten Einsatz zugeschnitten sind, zum Beispiel für die Verankerung in frischem Beton.

Ein weiterer technischer Unterschied betrifft die Oberflächenbeschichtung. Permanente Befestigungen im Außenbereich erfordern häufig hochwertige Korrosionsschutzschichten wie Zinklamellenbeschichtungen oder Edelstahl. Für temporäre Anwendungen reicht in vielen Fällen eine einfache Verzinkung aus, da die Expositionsdauer begrenzt ist. Dennoch sollten auch temporäre Befestigungen im Außenbereich auf ihre Witterungsbeständigkeit geprüft werden.

Was muss bei der Demontage temporärer Befestigungen beachtet werden?

Bei der Demontage temporärer Befestigungsmittel sind drei Punkte entscheidend: der richtige Zeitpunkt, das korrekte Werkzeug und die Dokumentation des Zustands der Schraube vor der Wiederverwendung. Wer diese Punkte beachtet, verlängert die Lebensdauer der Befestigungsmittel und vermeidet Schäden am Untergrund.

Der richtige Zeitpunkt der Demontage richtet sich nach dem Baufortschritt. Schalungen dürfen erst entfernt werden, wenn der Beton die erforderliche Festigkeit erreicht hat. Absturzsicherungen müssen so lange in Position bleiben, bis die entsprechende Absturzkante dauerhaft gesichert ist. Ein verfrühtes Entfernen kann nicht nur zu Schäden am Bauwerk führen, sondern stellt auch ein Sicherheitsrisiko für die auf der Baustelle tätigen Personen dar.

Beim Herausdrehen selbstschneidender Betonschrauben sollte ein kalibrierter Drehmomentschlüssel oder ein Schlagschrauber mit Drehmomentbegrenzung verwendet werden. Übermäßige Kraft kann das Gewinde im Untergrund beschädigen und die Schraube unbrauchbar machen. Nach der Entnahme sollte jede Schraube auf Gewindeschäden, Verformungen und Korrosion geprüft werden, bevor sie erneut eingesetzt wird.

Beschädigte Schrauben dürfen nicht wiederverwendet werden, da ihre Tragfähigkeit nicht mehr gewährleistet ist. Die Bohrlöcher im Untergrund sollten nach der Demontage dokumentiert und bei Bedarf fachgerecht verschlossen werden, um Folgeschäden durch eindringende Feuchtigkeit zu vermeiden.

Temporäre Befestigungslösungen von TOGE

Wir bei TOGE entwickeln und fertigen Befestigungssysteme, die speziell auf die Anforderungen der Baustelle abgestimmt sind, einschließlich Lösungen für temporäre Anwendungen in frischem und ausgehärtetem Beton.

  • Zulassung für frischen Beton: Unser TSM Schalungsanker verfügt über eine spezielle Zulassung zur Verankerung von Baustelleneinrichtungen in frischem Beton ab 10 N/mm² Druckfestigkeit, sowohl im gerissenen als auch im ungerissenen Beton.
  • 15-mm-Schalungsankergewinde: Das standardisierte Gewinde ermöglicht die direkte Verwendung handelsüblicher Ankermuttern für Schalungsbau, Maschinenbefestigung und Kernbohrgeräte, ohne zusätzliche Adapter.
  • Vollständige Demontierbarkeit: Unsere Systeme lassen sich rückstandsfrei entfernen, was den Entsorgungsaufwand minimiert und die Wiederverwendung der Befestigungsmittel ermöglicht.
  • EU-Taxonomiefähigkeit: Die einfache Demontage und Wiederverwendbarkeit unterstützt zirkuläre Bauweisen und erleichtert die Erfüllung von Nachhaltigkeitsanforderungen.
  • Anerkannte Zulassungen: Unsere Produkte für temporäre Befestigungen sind durch die Europäisch Technische Bewertung ETA-15/0514 sowie die Allgemeine Bauartgenehmigung Z-21.8-2115 abgesichert.

Wenn Sie Fragen zur Produktauswahl für Ihre spezifische Anwendung haben oder technische Beratung benötigen, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Nehmen Sie einfach Kontakt auf.

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