Welche Normen gelten für Betonschrauben in Deutschland 2026?

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Für Betonschrauben gelten in Deutschland im Jahr 2026 vor allem europäische Regelwerke: die Europäische Technische Bewertung (ETA) als produktbezogener Zulassungsnachweis sowie die Bemessungsnorm EN 1992-4 für die rechnerische Auslegung von Befestigungen in Beton. Wer Betonschrauben auf der Baustelle einsetzt oder in Ausschreibungen benennt, muss beide Ebenen kennen. Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Fragen zu Normen, Zulassungen und praktischen Konsequenzen für den Baualltag.

Welche Zulassungen braucht eine Betonschraube für den Einsatz auf der Baustelle?

Eine Betonschraube benötigt für den geregelten Einsatz auf deutschen Baustellen eine Europäische Technische Bewertung (ETA). Die ETA bestätigt, dass das Produkt für den vorgesehenen Verwendungszweck geeignet ist und definiert die zulässigen Einsatzbedingungen. Ohne eine gültige ETA darf eine Betonschraube in sicherheitsrelevanten Anwendungen nicht eingesetzt werden.

Die ETA wird von einer akkreditierten Technischen Bewertungsstelle ausgestellt und basiert auf dem Europäischen Bewertungsdokument (EAD) für die jeweilige Produktfamilie. Für Befestigungen in Beton und Mauerwerk ist das EAD 330232 die maßgebliche Grundlage. Neben der ETA ist in vielen Fällen eine Leistungserklärung (DoP) erforderlich, die der Hersteller auf Basis der ETA ausstellt. Erst mit dieser Leistungserklärung darf das Produkt die CE-Kennzeichnung tragen und in Verkehr gebracht werden.

Für bestimmte Anwendungen, die noch nicht vollständig durch harmonisierte europäische Normen abgedeckt sind, können in Deutschland ergänzend Allgemeine Bauartgenehmigungen (aBG) des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) relevant sein. Diese nationalen Zulassungen regeln Anwendungsfälle, für die es noch keine vollständige europäische Harmonisierung gibt, etwa temporäre Befestigungen oder spezifische Verbundanwendungen.

Was regelt die EN 1992-4 für die Bemessung von Betonschrauben?

Die EN 1992-4 ist die europäische Bemessungsnorm für Befestigungen in Beton. Sie legt fest, wie Tragfähigkeiten von Dübeln und Betonschrauben rechnerisch nachgewiesen werden müssen, und definiert die maßgeblichen Versagensmodi wie Herausziehen, Betonausbruch, Spalten und Stahlversagen. Planende und ausführende Betriebe sind verpflichtet, diese Norm bei der Auslegung sicherheitsrelevanter Befestigungen anzuwenden.

Die Norm unterscheidet zwischen verschiedenen Lastrichtungen (Zug, Querlast, kombinierte Beanspruchung) und berücksichtigt Einflussgrößen wie Randabstand, Achsabstand, Bauteildicke und Betonzustand. Besonders relevant ist die Unterscheidung zwischen gerissenem und ungerissenem Beton, da die zulässigen Lasten je nach Betonzustand erheblich variieren können.

Für die praktische Anwendung bedeutet das: Die in der ETA eines Produkts angegebenen charakteristischen Tragfähigkeiten sind die Eingangswerte für die Bemessung nach EN 1992-4. Ohne eine gültige ETA fehlen diese Kennwerte, und eine normgerechte Bemessung ist nicht möglich. Die Norm gilt für Einzelbefestigungen ebenso wie für Gruppen von Befestigungsmitteln.

Was ist der Unterschied zwischen ETA und DIN-Norm bei Betonschrauben?

Die ETA (Europäische Technische Bewertung) ist eine produktspezifische Zulassung für ein konkretes Befestigungssystem eines bestimmten Herstellers. Eine DIN-Norm hingegen ist eine allgemeine technische Regel, die Anforderungen, Prüfverfahren oder Bemessungsregeln für eine gesamte Produktkategorie festlegt. Beide Dokumente erfüllen unterschiedliche Funktionen und ergänzen sich.

Konkret bedeutet das für Betonschrauben: Die ETA weist nach, dass ein spezifisches Produkt die Leistungsanforderungen erfüllt und gibt die produktbezogenen Kennwerte an. Die Bemessungsnorm EN 1992-4 (die als DIN EN 1992-4 in Deutschland gilt) legt fest, wie diese Kennwerte in der Tragfähigkeitsberechnung verwendet werden. Ohne ETA gibt es keine produktspezifischen Eingangswerte für die Norm.

Ein weiterer Unterschied liegt im Geltungsbereich: DIN-Normen gelten für alle Produkte einer Kategorie und sind herstellerneutral. Die ETA ist dagegen herstellerspezifisch und gilt nur für das geprüfte Produkt in den geprüften Abmessungen und Ausführungen. Für Ausschreibungen und Leistungsverzeichnisse sind daher beide Dokumente relevant: Die Norm definiert den Rahmen, die ETA belegt die Eignung des konkreten Produkts.

Welche Betonfestigkeitsklassen sind für Betonschrauben normativ relevant?

Normativ relevant sind die Betonfestigkeitsklassen C20/25 bis C50/60. Dieser Bereich deckt die in der Praxis am häufigsten vorkommenden Betone im Hochbau, Industriebau und Ingenieurbau ab. Die ETA eines Befestigungssystems gibt an, für welche Festigkeitsklassen innerhalb dieses Spektrums das Produkt zugelassen ist.

Die Festigkeitsklasse beeinflusst direkt die erreichbaren Tragfähigkeiten: In höherfestem Beton können in der Regel höhere Lasten verankert werden. Gleichzeitig steigen mit höherer Betonfestigkeit auch die Anforderungen an das Gewinde der Schraube, da das Material schwerer zu durchdringen ist. Betonschrauben schneiden sich ihr Gewinde selbst in den Untergrund, weshalb die Gewindegeometrie auf den jeweiligen Festigkeitsbereich abgestimmt sein muss.

Für die Praxis gilt: Vor dem Einsatz einer Betonschraube muss die tatsächliche Betonfestigkeit des Untergrunds bekannt sein. Liegt sie außerhalb des in der ETA zugelassenen Bereichs, ist das Produkt für diese Anwendung nicht freigegeben. Besonders bei Bestandsbauten, wo die Betonfestigkeit nicht immer dokumentiert ist, empfiehlt sich eine Prüfung vor Ort.

Wie wirken sich Normen auf Ausschreibungen und Leistungsverzeichnisse aus?

Normen und Zulassungen haben direkte Auswirkungen auf Ausschreibungen: In öffentlichen und privaten Bauprojekten müssen Befestigungsmittel in der Regel nachweislich zugelassen sein. Das Leistungsverzeichnis kann die Anforderung einer gültigen ETA sowie die Einhaltung der EN 1992-4 explizit vorschreiben. Produkte ohne entsprechende Nachweise können vom Wettbewerb ausgeschlossen werden.

Für ausführende Betriebe bedeutet das: Die Vorlage der ETA, der Leistungserklärung und gegebenenfalls weiterer Zertifikate gehört zum Standardnachweis bei der Auftragsabwicklung. Bauleiter und technische Projektverantwortliche sollten diese Dokumente bereits bei der Produktauswahl anfordern, um Verzögerungen im Genehmigungsprozess zu vermeiden.

Darüber hinaus schreibt die Verordnung (EU) 2024/3110 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. November 2024 harmonisierte Vorschriften für die Vermarktung von Bauprodukten fest. Befestigungen fallen unter die dort geregelten Produktfamilien. Die Verordnung stärkt die Anforderungen an Leistungserklärungen und CE-Kennzeichnung und hat damit unmittelbare Relevanz für die Beschaffung und Ausschreibung von Betonschrauben.

Ändert sich 2026 etwas an den Normen für Betonschrauben?

Im Jahr 2026 sind keine grundlegenden Revisionen der EN 1992-4 oder des ETA-Verfahrens für Betonschrauben in Kraft getreten. Die wesentliche normative Neuerung betrifft die Verordnung (EU) 2024/3110, die im November 2024 verabschiedet wurde und schrittweise die bisherige Bauproduktenverordnung (EU) Nr. 305/2011 ablöst. Ihre Übergangsfristen und Umsetzungsanforderungen sind 2026 aktiv zu beachten.

Die neue Verordnung verschärft unter anderem die Anforderungen an die Transparenz von Leistungserklärungen und führt erweiterte Nachhaltigkeitsanforderungen ein, darunter Umwelt-Produktdeklarationen (EPD) nach ISO 14025 und EN 15804+A2. Für Hersteller bedeutet das, dass EPDs zunehmend zur Voraussetzung für die Marktfähigkeit ihrer Produkte werden. Für Einkäufer und Planer bedeutet es, dass EPDs bei der Produktauswahl stärker zu berücksichtigen sind.

Praktisch empfiehlt sich für Bauleiter und Einkäufer, die Zulassungsdokumente ihrer eingesetzten Befestigungssysteme regelmäßig auf Aktualität zu prüfen. ETAs haben eine begrenzte Gültigkeitsdauer und müssen erneuert werden. Wer sicherstellen will, dass seine Produkte den aktuellen normativen Anforderungen entsprechen, sollte die Gültigkeitsdaten der vorliegenden ETAs im Blick behalten.

Wie TOGE bei Normen für Betonschrauben unterstützt

Wir wissen, dass die Normenwelt rund um Betonschrauben komplex ist und auf der Baustelle schnelle, verlässliche Antworten gefragt sind. Als Spezialist für Befestigungstechnik stellen wir sicher, dass unsere Produkte alle relevanten Zulassungsanforderungen erfüllen und die notwendigen Nachweise vollständig vorliegen.

  • Umfassende Zulassungsbasis: Unsere TOGE Betonschrauben verfügen über mehrere Europäische Technische Bewertungen, darunter ETA-15/0514 für Einzelbefestigung, ETA-16/0123 für Mehrfachbefestigung sowie ETA-23/0099 für Einzelbefestigung in Mauerwerk.
  • Allgemeine Bauartgenehmigungen: Ergänzend zu den ETAs liegen Allgemeine Bauartgenehmigungen vor, etwa für temporäre Befestigungen und den Einsatz als Verbundankerschraube.
  • Umwelt-Produktdeklaration (EPD): Unsere TSM High Performance ist mit einer EPD nach ISO 14025 und EN 15804+A2 ausgestattet und erfüllt damit die wachsenden Nachhaltigkeitsanforderungen der neuen Bauproduktenverordnung.
  • Breiter Festigkeitsbereich: Die TSM High Performance ist für Betonfestigkeitsklassen von C20/25 bis C50/60 zugelassen, sowohl in gerissenem als auch in ungerissenem Beton, und deckt damit den gesamten normativ relevanten Bereich ab.
  • Vollständige Dokumentation: Leistungserklärungen, Zertifikate der Leistungsbeständigkeit und Übereinstimmungszertifikate stellen wir für Ausschreibungen und Leistungsverzeichnisse bereit.

Wenn Sie unsicher sind, welches Produkt für Ihre spezifische Anwendung die richtigen Zulassungen mitbringt, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Nehmen Sie einfach Kontakt auf, und wir helfen Ihnen, das passende Befestigungssystem mit den erforderlichen Nachweisen zu finden.

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