Zugelassene Betonschrauben für temporäre Befestigung: Was der Fachhandel wissen muss

TOGE-Konsolanker-Anwendung-1280x960.webp

Temporäre Befestigungen im Betonbau stellen besondere Anforderungen an das verwendete Befestigungsmittel. Anders als bei dauerhaften Konstruktionen muss eine Schraube für den temporären Einsatz nicht nur sicher halten, sondern sich anschließend rückstandsfrei und ohne Beschädigung des Untergrunds wieder entfernen lassen. Für Fachhandel und Distributoren, die solche Produkte in ihr Sortiment aufnehmen, ist ein fundiertes Verständnis dieser Anforderungen entscheidend, um Kunden kompetent zu beraten und die eigene Produkthaftung abzusichern.

Dieser Artikel führt Sie Schritt für Schritt durch die wesentlichen Konzepte: von den technischen Grundlagen über die Bedeutung von Zulassungen bis hin zu praktischen Hinweisen für die Beratung und Dokumentation. Das Ziel ist, Ihnen das Wissen zu vermitteln, das Sie benötigen, um zugelassene Betonschrauben für temporäre Befestigungen sicher einzuordnen und weiterzuempfehlen.

Was macht eine Betonschraube für temporäre Befestigungen geeignet?

Eine Betonschraube für temporäre Befestigungen muss zwei scheinbar gegensätzliche Eigenschaften vereinen: Sie muss im Einsatz zuverlässig hohe Lasten aufnehmen und sich danach vollständig und rückstandsfrei demontieren lassen. Dieses Anforderungsprofil unterscheidet sie grundlegend von Schrauben, die für dauerhafte Verbindungen ausgelegt sind.

Wichtig zu verstehen ist, wie eine Betonschraube grundsätzlich funktioniert. Es handelt sich um einen sogenannten Einschraubdübel: eine metallene Befestigungsschraube, die sich ihr Gewinde direkt in den Beton schneidet, ohne dass ein separates Kunststoff-Hülsensystem erforderlich ist. Der Halt entsteht durch den Formschluss zwischen dem selbstschneidenden Gewinde und dem Betonuntergrund.

Für den temporären Einsatz sind folgende Eigenschaften besonders relevant:

  • Wiederlösbarkeit: Die Schraube muss sich nach dem Einsatz vollständig herausdrehen lassen, ohne den Beton zu beschädigen oder Rückstände zu hinterlassen.
  • Lastaufnahme im gerissenen und ungerissenen Beton: Gerade auf Baustellen sind die Bedingungen selten ideal. Eine geeignete Schraube muss in beiden Betonzuständen sicher funktionieren.
  • Eignung für frischen Beton: Manche Anwendungen, etwa im Schalungsbau, erfordern die Verankerung in Beton, der noch nicht vollständig ausgehärtet ist. Nicht jede Betonschraube ist dafür zugelassen.
  • Außenbereichstauglichkeit: Baustelleneinrichtungen sind Witterungseinflüssen ausgesetzt. Das Material und die Oberflächenbehandlung müssen entsprechend ausgelegt sein.

Ein konkretes Beispiel: Die Befestigung eines Kernbohrgeräts an einer Betonwand ist eine typische temporäre Anwendung. Das Gerät muss während des Bohrvorgangs sicher fixiert sein und danach spurlos entfernt werden können. Genau für solche Szenarien sind speziell zugelassene Betonschrauben für temporäre Befestigungen entwickelt worden.

Wie Zulassungen den Einsatzbereich einer Betonschraube definieren

Eine Zulassung ist kein bloßes Gütesiegel, sondern ein rechtlich verbindliches Dokument, das genau festlegt, unter welchen Bedingungen ein Befestigungsmittel eingesetzt werden darf. Für Betonschrauben ist die Europäische Technische Bewertung (ETA) das zentrale Zulassungsinstrument im europäischen Markt.

Die ETA wird auf Basis harmonisierter technischer Spezifikationen erteilt und beschreibt präzise: den zulässigen Untergrund, die Mindestdruckfestigkeit des Betons, die Lastklassen, die Einbautiefen sowie besondere Einsatzbedingungen wie gerissener Beton oder frischer Beton. Wer ein Produkt außerhalb dieser definierten Parameter einsetzt, verlässt den Geltungsbereich der Zulassung und trägt die Verantwortung selbst.

Für temporäre Befestigungen im Betonbau ist außerdem die Allgemeine Bauartgenehmigung (aBG) relevant, die in Deutschland durch das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) erteilt wird. Sie ergänzt die ETA und regelt spezifische nationale Anforderungen.

Ein häufiges Missverständnis in der Praxis: Viele Anwender gehen davon aus, dass eine Betonschraube mit ETA-Zulassung automatisch für alle Betonuntergründe und alle Einsatzszenarien geeignet ist. Das ist falsch. Jede ETA definiert einen spezifischen Anwendungsbereich. Eine Schraube, die für dauerhaft eingebettete Verbindungen zugelassen ist, darf nicht ohne Weiteres für die Verankerung in frischem Beton verwendet werden, wenn diese Anwendung nicht ausdrücklich in der Zulassung aufgeführt ist.

Für den Fachhandel bedeutet das: Die Zulassungsdokumente müssen nicht nur vorhanden, sondern auch inhaltlich verstanden sein, um Kunden korrekt zu beraten und die eigene Produkthaftung nicht zu gefährden.

Technische Kriterien für die Produktauswahl im Sortiment

Aufbauend auf dem Verständnis von Zulassungen lässt sich nun die Frage beantworten, welche technischen Kriterien bei der Aufnahme einer Betonschraube für temporäre Befestigungen in das Sortiment entscheidend sind.

Betondruckfestigkeit und Untergrundanforderungen

Jede Betonschraube ist für einen bestimmten Bereich der Betondruckfestigkeit ausgelegt. Für temporäre Baustellenanwendungen ist besonders relevant, ob die Schraube auch in Beton mit niedrigerer Druckfestigkeit, etwa ab 10 N/mm², eingesetzt werden darf. Frischer Beton erreicht seine Nennfestigkeit erst nach dem vollständigen Aushärten, weshalb eine spezielle Zulassung für diesen Untergrund erforderlich ist.

Gewindegeometrie und Anschlussmöglichkeiten

Für viele temporäre Anwendungen, insbesondere im Schalungsbau, ist ein standardisiertes Anschlussgewinde entscheidend. Ein 15-mm-Schalungsankergewinde ermöglicht die Verwendung handelsüblicher Ankermuttern und macht das Produkt kompatibel mit gängigem Schalungszubehör. Dieses Detail ist für Kunden aus dem Schalungsbau und der Maschinenbefestigung ein wesentliches Auswahlkriterium.

Montageaufwand und Werkzeugkompatibilität

Ein optimiertes Gewinde, das einen schnellen Einschraubvorgang ermöglicht, reduziert den Zeitaufwand auf der Baustelle erheblich. Die Montage einer geeigneten Betonschraube für temporäre Befestigungen folgt in der Regel vier Schritten: Bohrloch erstellen, Bohrloch gründlich ausblasen, Schraube eindrehen und sicherstellen, dass der Schraubenkopf vollständig auf dem Anbauteil aufliegt. Dieser letzte Schritt ist sicherheitskritisch und wird in der Praxis häufig vernachlässigt.

EU-Taxonomiefähigkeit und Kreislaufwirtschaft

Zunehmend fragen Kunden nach der Nachhaltigkeitsbilanz von Bauprodukten. Betonschrauben, die vollständig demontierbar und wiederverwendbar sind, unterstützen zirkuläre Bauweisen und können als EU-taxonomiefähig eingestuft werden. Für Distributoren, die Kunden mit entsprechenden Nachhaltigkeitsanforderungen beliefern, ist dieses Merkmal ein relevantes Differenzierungsmerkmal im Sortiment.

Häufige Fehler bei der Beratung zu temporären Betonbefestigungen

Selbst erfahrene Fachberater machen bei temporären Betonbefestigungen wiederkehrende Fehler. Diese Fehler entstehen meist nicht aus Unwissen, sondern aus vereinfachenden Annahmen, die in anderen Produktkategorien funktionieren, hier aber zu Problemen führen.

Fehler 1: Dauerhafte und temporäre Zulassungen gleichsetzen. Eine Betonschraube mit ETA-Zulassung für dauerhafte Befestigungen ist nicht automatisch für temporäre Anwendungen in frischem Beton geeignet. Der Einsatzbereich ist in der jeweiligen ETA klar definiert. Empfehlen Sie Ihren Kunden immer das Produkt, dessen Zulassung den konkreten Anwendungsfall explizit abdeckt.

Fehler 2: Die Bedeutung des Ausblasens des Bohrlochs unterschätzen. Das gründliche Ausblasen des Bohrlochs vor dem Eindrehen der Schraube ist kein optionaler Schritt, sondern eine Montageanforderung, die in den Zulassungsdokumenten festgelegt ist. Bohrstaubrückstände im Loch reduzieren die Tragfähigkeit erheblich und können die Zulassung außer Kraft setzen.

Fehler 3: Wiederverwendbarkeit ohne Prüfung annehmen. Auch wenn eine Betonschraube grundsätzlich wiederlösbar ist, bedeutet das nicht, dass sie unbegrenzt wiederverwendet werden kann. Nach der Demontage muss das Gewinde auf Beschädigungen geprüft werden. Eine beschädigte Schraube darf nicht erneut eingesetzt werden.

Fehler 4: Den Betonzustand nicht abklären. Gerissener und ungerissener Beton stellen unterschiedliche Anforderungen an die Schraube. Viele Anwender kennen den Zustand ihres Betonuntergrunds nicht genau. Eine gute Beratung fragt aktiv nach und empfiehlt im Zweifel das Produkt, das für beide Zustände zugelassen ist.

Dokumentation und Zulassungsnachweise sicher im Griff behalten

Für Fachhandel und Distributoren ist die lückenlose Dokumentation von Zulassungen nicht nur eine organisatorische Aufgabe, sondern eine Frage der Produkthaftung. Wer ein Befestigungsmittel weiterverkauft, übernimmt Verantwortung dafür, dass das Produkt für den beworbenen Einsatzbereich zugelassen ist.

Folgende Dokumente sollten für jede Betonschraube im Sortiment vollständig vorliegen und abrufbar sein:

  • Europäische Technische Bewertung (ETA): Das zentrale Zulassungsdokument mit allen technischen Parametern und dem definierten Anwendungsbereich.
  • Allgemeine Bauartgenehmigung (aBG): Für den deutschen Markt relevant, ergänzt die ETA um nationale Anforderungen.
  • Leistungserklärung (DoP): Gemäß der europäischen Bauproduktenverordnung muss für CE-gekennzeichnete Produkte eine Leistungserklärung vorliegen, die die wesentlichen Merkmale des Produkts dokumentiert.
  • Technische Datenblätter: Enthalten Montageanweisungen, Lastangaben und Anwendungsgrenzen, die für die Beratung und die Weitergabe an Endkunden unerlässlich sind.

Ein praktischer Hinweis für die interne Organisation: Zulassungen haben Gültigkeitsdaten. Die ETA wird in der Regel für fünf Jahre erteilt und muss danach erneuert werden. Richten Sie in Ihrem Dokumentenmanagementsystem Erinnerungen ein, die Sie rechtzeitig auf ablaufende Zulassungen hinweisen. Ein Produkt, das mit einer abgelaufenen ETA verkauft wird, ist rechtlich nicht abgesichert.

Für Ihr Verkaufsteam empfiehlt sich außerdem eine kompakte interne Übersicht, die für jedes Produkt den Anwendungsbereich, die relevanten Zulassungsnummern und die wichtigsten Montageanforderungen zusammenfasst. So können technische Rückfragen von Kunden schnell und korrekt beantwortet werden, ohne jedes Mal das vollständige Zulassungsdokument durchsuchen zu müssen.

TOGE: Zugelassene Betonschrauben für temporäre Befestigungen aus einer Hand

Wir bei TOGE haben den TSM Schalungsanker speziell für die Anforderungen temporärer Befestigungen im Betonbau entwickelt. Als Einschraubdübel schneidet er sich sein Gewinde direkt in den Beton und ist vollständig demontierbar sowie wiederverwendbar. Für Fachhandel und Distributoren, die ihren Kunden eine technisch fundierte und zulassungskonforme Lösung anbieten möchten, bietet das Produkt konkrete Vorteile:

  • Spezielle Zulassung für frischen Beton: Der TSM Schalungsanker ist durch die ETA-15/0514 sowie die Allgemeine Bauartgenehmigung Z-21.8-2115 zugelassen und deckt damit auch die Verankerung in frischem Beton ab.
  • 15-mm-Schalungsankergewinde: Kompatibel mit handelsüblichen Ankermuttern für den Schalungsbau, die Maschinenbefestigung und die Befestigung von Kernbohrgeräten.
  • Hohe Lastaufnahme in gerissenem und ungerissenem Beton: Einsetzbar ab einer Betondruckfestigkeit von 10 N/mm², auch im Außenbereich.
  • EU-Taxonomiefähig: Vollständige Demontierbarkeit und Wiederverwendbarkeit unterstützen zirkuläre Bauweisen und reduzieren den Entsorgungsaufwand.
  • Vollständige Dokumentation: Wir stellen Ihnen alle relevanten Zulassungsdokumente, Datenblätter und technischen Unterlagen zur Verfügung, die Sie für Ihre Produkthaftung und die Beratung Ihrer Kunden benötigen.

Wenn Sie Fragen zur Integration des TSM Schalungsankers in Ihr Sortiment haben oder technische Unterlagen benötigen, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Kontakt aufnehmen und gemeinsam die passende Lösung für Ihre Kunden finden.

Kontakt

Wir freuen uns über Ihren

Anruf oder Ihre E-Mail.


+ 49 911 659 68-0

Kontaktformular

Standort

Hier finden Sie uns.

TOGE Dübel GmbH & Co. KG
Illesheimer Str. 10
90431 Nürnberg
GERMANY



Neuigkeiten

Jetzt folgen und

informiert bleiben.